Der Jakobsweg
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Foto: privat |
Vielleicht komme ich ja wirklich dort an. Vielleicht irgendwann in den nächsten Jahren, oder auch später. In Spanien. Früher wollte ich auf den Mond. Aber da gibt es keinen Rotwein. Auch ist es in Spanien nicht so kalt. Deshalb und vielleicht auch weil ich immer mal wieder gerne alleine bin, habe ich mich auf den Weg gemacht. Und werde ihn fortsetzen in den nächsten Jahren. Immer wenn ich Zeit habe. Oder wenn es mir nötig erscheint. Immer ein Stück weiter.
Irgendwann, ich glaube es war in der sechsten Klasse in Berlin Prenzlauer Berg, da habe ich davon in der Zeitung gelesen. "Die Verrückten aus dem Thüringer
Wald" war der Artikel überschrieben. Die damals 75km zählende Strecke
schien mir genau so unüberwindlich wie der Weg zum Mond.
Aber die Geschichte von den Unbezwingbaren aus dem Thüringer Wald hat mich fortan nicht losgelassen. Das man das schaffen
kann schien mir geradezu unglaublich. Helden waren sie für mich, die Männer vom Rennsteig. Hans-Georg
Kremer, Hans-Joachim Römhild, Jens Wötzel und Wolf-Dieter Wolfram waren die
Pioniere. Und ich malte mir aus, dass ich der fünfte in ihrem Bunde gewesen wäre. Mit der
Taschenlampe liefe ich ihnen hinterher.
Zunächst galt es aber den "Dauerlauf"
in der Schule zu überstehen. Die "Leistungskontrolle" auf dem Sportplatz. Wenn ich mit 3000 Metern schon zu tun hatte, dachte ich, wird
alles was darüber hinaus geht ein Traum bleiben müssen und ein 72,7km langer
Lauf sowieso.
Doch dann, als nach der Schule das
Leben begann und das Theater mich infizierte, als die Bühne Schritt für
Schritt mein zu Hause wurde, kam mit dem Schauspieler auch der Sportler in
mein Leben. Erst als Ausgleich, dann als Teil von mir.
Ende letzten Jahres dachte ich, das mit dem
Rennsteig wäre nun vielleicht möglich. Ich bin inzwischen einige Halbmarathon gelaufen,
einige Marathons auch, in unterschiedlichen Städten, mit ganz unterschiedlichem Höhenprofilen, warum sollte nicht nicht jetzt den lang erträumten Ultra Marathon Wirklichkeit werden lassen. 72,7 km
müssten doch zu schaffen sein. Gesagt, getan begann ich Anfang des Jahres mein
Training zu spezialisieren... hier läuft's weiter
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Foto Team Müller |